Erneuerbare Energien als Standard

Unsere Handabdruck-Idee für dich

Windrad

Der mehrheitliche Wechsel zu Strom aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft ist ein zentraler Beitrag zu einer sozial und ökologisch verträglichen Energiewende. Für einzelne Haushalte ist es jedoch immer mit einem - wenn auch kleinen - individuellen Mehraufwand verbunden, den Stromanbieter zu wechseln. Da die meisten Menschen einfach bei der vorgegebenen Standardoption bleiben, stellt sich die Frage: Warum also nicht einfach deine ganze Stadt standardmäßig auf Ökostrom umstellen?

Grüne Energie als das „neue Normal“

Nachhaltiges Verhalten gelingt umso leichter, wenn die nachhaltige Option die einfachere (billiger, praktischer, schneller) oder sogar die voreingestellte Standardoption ist (auch „default option“ genannt). Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind jedoch heute häufig noch so angelegt, dass das nachhaltige Verhalten das aufwendigere oder teurere ist. Die Wahl des Stromanbieters ist dafür ein gutes Beispiel. Möchte ein Haushalt heute “grünen Strom” beziehen, so müssen die Bewohner*innen sich oft aus eigener Motivation heraus und mit einem Mehraufwand selbst darum kümmern. Die Energiewende würde schneller gelingen, wenn alle Bewohner*innen einer Stadt „grünen Strom“ als Standardoption von ihren Stadtwerken oder Grundversorgern als Grundtarife angeboten bekommen. Nicht-nachhaltiges Verhalten (z.B. der Bezug eines fossilen Strommix) wäre dann mit mehr Aufwand verbunden und das nachhaltige Verhalten (Ökostrom beziehen) würde einfacher.

Deine Kommune wird grün

Hier könnte dein Hebel liegen! Setze dich in deiner Stadt/Kommune dafür ein, dass die Stadtwerke die Option Ökostrom als neuen Standard einrichten, und planen, den Anteil ihres fossilen Stroms auf Null zu reduzieren. Durch die Umstellung des Standards auf grünen Strom steigt schlagartig die Nachfrage nach Ökostrom. Dies unterstützt den Ausbau von erneuerbaren Energien und den Rückbau von fossilen Stromquellen, und kann deine Stadt/Kommune zum Vorbild für zukunftsfähige Stromversorgung wachsen lassen.

Inspirierende Beispiele

1

Die Stadtwerke St. Gallen informierten im Januar 2012 ihre Kund*innen, dass ab nun alle Privat- und Unternehmenskunden Ökostrom erhielten, sofern sie sich nicht aktiv dagegen aussprachen. Nur 10% der Kund*innen wechselte zurück zum vorherigen (fossilen) Strommix. Der Wechsel wurde durch ein Forschungsprojekt begleitet.

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2

Eine Schweizer Studie aus 2021 belegt: Von knapp 234.000 untersuchten Haushalten, deren Stromanbieter die Standardoption von konventionellem auf Ökostrom umgestellt hatten, bezogen vor der Umstellung nur 3 bzw. 1,2% grünen Strom. Nach der Umstellung stieg und blieb dieser Anteil auf 85 beziehungsweise 89%.

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3

Die Stadtwerke Peine oder die Stadtwerke Stuttgart sind nur zwei von vielen Stadtwerken, die nur 100% Ökostrom als Angebot haben.

Strategische Ansätze für deine Idee

Windrad, Pflanzen, Vertrag

Suche dir ein Team an Leuten, die sich genauso für die Energiewende begeistern wie du! Vielleicht kannst du dafür bei lokalen Umweltschutzgruppen anfragen? Schaut euch zunächst eure lokalen Stadtwerke bzw. Grundversorger an und nehmt Kontakt auf, um grundlegende Fragen zu klären und euer Anliegen erstmalig vorzutragen. Worin liegen aus Sicht des Unternehmens die Herausforderungen, die Standardoption zu verändern und allgemein den Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen?

Erstellung eines überzeugenden Konzepts

Auf Grundlage des Gesprächs könnt ihr nun ein umfassendes und überzeugendes Konzept erstellen. Dies kann zum Beispiel eine Umfrage unter den Stromkund*innen/der Stadtbevölkerung beinhalten, um ihre Haltung zu Ökostrom zu erfragen. Tragt außerdem bestehende Forschungsergebnisse zur Umstellung des Stromstandards zusammen und sprecht mit anderen Stadtwerken und Stromanbietenden, die als Standard Ökostrom vorschlagen oder besser nur Ökostrom anbieten. Vernetzt euch außerdem mit relevanten Akteur*innen in eurer Stadt/Kommune, möglichen Unterstützenden aus der Stadtpolitik und gegebenenfalls der Nachhaltigkeitsstelle des Stromanbietenden selbst. Auch eine Kooperation mit einer Hochschule für ein begleitendes Forschungsprojekt oder die Durchführung von Umfragen kann hilfreich sein. Ebenso kann eine stadtweite Kampagne zur Bewerbung eines Ökostromwechsels unterstützen -  bindet dafür auch die lokale Presse mit ein.

Verhandlungen mit Entscheidungsträger*innen

Sobald ihr ausreichend Argumente gesammelt habt, trefft ihr euch wieder mit den Entscheidungsträger*innen eurer Stadtwerke bzw. des Grundversorgers. Macht am besten konkrete Vorschläge, beispielsweise wie für eine Testphase die Änderung der Angebotsdarstellung aussehen könnte. Falls sich eure Stadtwerke entscheiden, einen umfassenden Standardstromwechsel zu vollziehen, sollte dieser möglichst breit an die Kund*innen kommuniziert werden, z.B. mit Plakaten, in Prospekten, auf einer speziell erstellten Homepage, in Zeitungsinseraten, via persönliches Anschreiben und/oder in Kinowerbung. Überzeugend wäre es sicherlich auch, dem Stromanbieter anzubieten, ihn bei der nötigen Kommunikation zu unterstützen.Da Menschen gerne autonom in ihren Entscheidungen sind (psychologisches Grundbedürfnis), empfiehlt es sich, bei einer Änderung der Standardoption zu betonen, dass die Kund*innen natürlich weiterhin frei sind, wieder zurück zur vorherigen Stromauswahl zu wechseln.

Deine ersten Schritte

Wähle 5 Handlungsschritte für dein Engagement aus der Sammlung aus und bringe sie per drag & drop in eine für dich sinnvolle Reihenfolge.

Herausfinden: Wer ist Grundversorger in meiner Stadt / Kommune und wer ist dort meine Ansprechperson?

erstes Gespräch mit den Stadtwerken oder dem örtlichen Stromgrundversorger vorbereiten

Projekt-Plan mit Zielen und Zwischenschritten aufstellen

“Gute Beispiele” kontaktieren und nach Strategien und Tipps für die Umsetzung erkundigen

Verbündete für die Idee und Umsetzung suchen

Kampagne für eure Stadt / Kommune entwerfen

den Klimaschutzeffekt bei einer Stromumstellung aller berechnen

Umfrage zu Ökostrom unter den Bürger*innen machen

Hierhin ziehen

Schritt 1

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Schritt 2

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Schritt 3

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Schritt 4

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Schritt 5

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Los geht‘s!

Von der Idee zum Handeln

Die Ideen, Beispiele und ersten Schritte zur Umsetzung deines Vorhabens kannst du dir hier herunterladen:

Mitstreiter finden

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