Boden nachhaltig nutzen

Unsere Handabdruck-Idee für dich

Betrieb

Probleme durch Versiegelung

Immer mehr Flächen werden versiegelt. Wo vorher Pflanzen wuchsen und Wasser versickern konnte, entstehen große Betonflächen in Wohngebieten, Industrie- und Gewerbeflächen sowie für Straßenbau. Durch so versiegelte Böden sinkt die Biodiversität, steigt die Hochwassergefahr und wird es wärmer. Gerade im städtischen Umfeld kann das während der zunehmenden Hitzewellen eine tödliche gesundheitliche Belastung werden. Ziel der Bundesregierung ist es, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Doch zwischen dem erklärten politischen Willen und dem praktischen Handeln klafft eine große Lücke. Die Biodiversitätsstrategie für Nordrhein-Westfalen von 2015 beabsichtigte zum Beispiel, bis 2020 die tägliche Neuversiegelung auf 5 ha zu begrenzen und mittelfristig netto keine Flächen mehr zu versiegeln. Doch in den Jahren 2017-19 wurden in NRW immer noch jeden Tag 21,9 ha Acker- und Grünfläche in Wohn- und Verkehrsfläche umgewandelt.

Zeit für nachhaltiges Bodenmanagement

Bis 2020 sollten laut deutscher Nachhaltigkeitsstrategie nur noch maximal 30 Hektar jeden Tag durch Siedlungs- und Verkehrsflächen neu versiegelt werden. Doch der tägliche Flächenverbrauch ist zurzeit etwa doppelt so hoch und liegt bei etwa 60 Hektar pro Tag. Damit im Indikatorenbericht zur Nachhaltigkeitsstrategie nicht “Ziel nicht erreicht" steht, hat die Bundesregierung das 30-Hektar-Ziel 2017 auf das Jahr 2030 vertagt. Es ist eigentlich unvorstellbar: Seit 2020 wiegt die menschengemachte Masse (v.a. Straßen und Gebäude) sogar mehr als alles Leben auf dem Planeten. Ein Grund für Neubauprojekte im schon ziemlich zubetonierten Deutschland ist der Mangel an preisgünstigem Wohnraum. Politische Hebel für nachhaltiges Bodenmanagement sollten also Neuversiegelung absolut begrenzen, Entsiegelung vorantreiben und Flächen effizient recyceln, also bebaute ungenutzte Flächen bedarfsgerecht nutzbar machen.  

Inspirierende Beispiele

1

Die Stadt Bonn vergibt städtische Grundstücke nur noch in Erbbaurecht. Damit bleibt der Boden in öffentlicher Hand, generiert Einkommen, ermöglicht effektive Bodennutzung und verhindert Spekulation.

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2

Das Niedersächsische Umweltministerium bemüht sich um Flächenrecycling.

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3

Die Stadt Dortmund verbietet Steingärten in Wohngebieten und schafft eine Pflicht zur Begrünung von Flachdächern.

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Strategische Ansätze für deine Idee

Baum

Verbünden, informieren und planen

Du kannst dich mit anderen zusammentun. Gemeinsam könnt ihr euch am besten für ein nachhaltiges Bodenmanagement einsetzen. Informiert euch über Probleme im Bodenmanagement eurer Kommune und recherchiert nach Lösungsansätzen. Hilfreiche Informationen bietet das Umweltbundesamt. Gründet eine Initiative für nachhaltiges Bodenmanagement. Mit dieser könnt ihr mit euren Gemeinde-/Kreispolitiker*innen reden, die Herausforderungen diskutieren und eure Maßnahmenvorschläge beraten.

Kommunalpolitik beeinflussen

Sorgt im Dialog mit euren Kreispolitiker*innen dafür, dass das Thema auf die politische Tagesordnung kommt und in den Kommunalverwaltungen Expertise dazu aufgebaut wird. Die kommunalpolitischen Handlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Städte können das Brachflächenrecycling effizient fördern und bei Umnutzungen und Nachverdichtungen z.B. Dachflächenbegrünungen umsetzen, “Steingärten” verbieten oder die Anzahl Parkplätze auf Wohngrundstücken begrenzen. Sie können das Raumordnungsgesetz so anwenden, dass die Neuversiegelung stark begrenzt wird. Sie sollten auf jeden Fall vermeiden, Gewerbe- und Neubaugebiete auf der grünen Wiese zu fördern.

Idee verbreiten

Macht das Thema auch auf der Straße, im Viertel, in Vereinen und Kirchgemeinden publik. Diskutiert, welche Argumente für wen Gewicht haben: der angenehme Lebensraum für Familien mit Kindern, die geringere Hochwassergefahr für die Gemeinde und Grundstücksbesitzer, die blühende Artenvielfalt für den örtlichen Imker. Gut wahrnehmbare Maßnahmen, wie die Entsiegelung und Begrünung von Parkplätzen, schaffen Aufmerksamkeit. Nutzt die Umsetzung solcher Maßnahmen für Straßenfeste mit kreativen Infoständen und Musik.

Deine ersten Schritte

Wähle 5 Handlungsschritte für dein Engagement aus der Sammlung aus und bringe sie per drag & drop in eine für dich sinnvolle Reihenfolge.

Gleichgesinnte und Verbündete finden, die auch am Thema arbeiten

im eigenen Umfeld ein Bewusstsein für das Thema schaffen

informieren, welche Probleme in eurer Kommune durch Flächenversiegelung entstehen

Initiative gründen, die Lösungsansätze (Gründächer, Änderungen des Bodennutzungsrechtes etc.) erarbeitet

Gespräch mit Kommunalpolitiker*innen suchen

Infoveranstaltung an belebten Orten (Fußgängerzone, Markt) durchführen

Hierhin ziehen

Schritt 1

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Schritt 2

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Schritt 3

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Schritt 4

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Schritt 5

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Los geht‘s!

Von der Idee zum Handeln

Die Ideen, Beispiele und ersten Schritte zur Umsetzung deines Vorhabens kannst du dir hier herunterladen:

Mitstreiter finden

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